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Die Gebrüder Reichstein und ihre Lebensdaten

Adolf Reichstein 1839 - 1910   |   Herrmann Reichstein 1841 - 1913
Carl Reichstein 1847 - 1893   |   Eduard Reichstein 1850 - 1893


Der Vater betrieb das bei seinem Vater erlernte Korbmacherhandwerk im Hause Neust. Markt 1. In der Regel waren 2 Gesellen beschäftigt. Man stellte Wirtschaftsartikel, Körbe aus weißen und grünen Weiden für die Tuchfabriken, Spinnerein und Färberein sowie Rohrkiepen für die Koksbrennerei der Eisenbahn her.

Wohnung und Werkstatt lagen im Seitenflügel des Hofes. Da es immer enger wurde, zog die Familie in das Haus Molkenmarkt 25. Die Mutter besorgte die Wirtschaft, erzog die Kinder, (wenn man es an Erfolg messen darf), sehr gut und fertigte Kleidung an.

1853 entschied sich Adolf, 1855 Hermann, 1861 Carl für eine Lehre im ehrsamen Korbmacherhandwerk. Jetzt waren zeitweilig 3 bis 4 Gesellen beschäftigt. Das Haus auf dem Molkenmarkt gehörte nicht den Reichsteins. Da der Eigentümer andere Interessen mit dem Grundstück hatte, kaufte man das Haus Steinstraße 4.

Jetzt waren einige schlimme Jahre zu überstehen. Carl litt am Nervenfieber und konnte vom September bis Anfang Januar 1858/59 nicht die Schule besuchen. 1859 mußte Adolf Soldat werden, konnte aber nach einem halben Jahr bereits zurückkehren. Der Vater der Brüder starb 1861, 52jährig.

Das Geschäft gedieh nach dem Tod des Vaters unter der Leitung des Bruders Adolf hervorragend. Da gut gearbeitet wurde, konnte man nur mit viel Fleiß alle Aufträge erfüllen. Man war darauf bedacht, ein gutes Betriebsklima zu haben.

1867 ging Carl auf Wanderschaft. So war er auch 1867 in Paris. Mit den Kenntnissen der Lehre und der Wanderschaft wurde 1871 eine Firma als "Eduard Reichstein" am Neust. Markt 23 gegründet. Damals hatte Brandenburg 25.000 Einwohner und die Firma 15 Arbeiter. 1873 erhielten Kinderwagen aus Brandenburg, schon unter dem Namen "Brennabor" eine Goldmedaille auf der Wiener Weltausstellung.

1874 wurde die Schützenstraße 34 erworben, ein Jahr später waren alle Brüder gleichberechtigte Mitglieder des Betriebes. Die Vorteile der spezialiserten Arbeit hielten Einzug. 1869 konzentrierte sich die Kinderwagenproduktion in dem neu gekauften Grundstück Schützenstraße 35.

1893 liegen Erfolg und Leid dicht beieinander. Die erste Serienproduktion von Fahrrädern läuft an; im gleichen Jahr stirbt der jüngste Bruder Eduard. 1896 hat der Betrieb 1800 Arbeiter und eine Werksfläche von 22854qm. 1900 wurden bereits in einem Jahr 40.000 Fahrräder produziert.

1903 wurden weitere Grundstücke gekauft und der Automobilbau beginnt; Draisinen für die Reichsbahn wurden hergestellt. 1908 ist der Produktionsbeginn der Brennaborette. Bereits 1910 war der Aufbau der Automobilfertigung mit allen Funktionsteilen komplett. Es begann die Errichtung eines Kesselhauses mit einer 2500 PS Turbine.

1913 wird Carl Reichstein Königlich-Preussischer Kommerzienrat. Im gleichen Jahr werden 300.000 Kinderwagen produziert. 1915/16 wurden die Produktionsräume in der Kirchhofstraße ausgebaut. Es entsteht die "Carl-Reichstein-Stiftung" für Krüppel.

Carl Reichstein, als letzter der ehemaligen Brüder, übergab jetzt, nach Vollendung seines 70. Geburtstages, die Fabriken an seine Söhne Walter, Carl, Ernst und Eduard. Zwei Ehrungen konnte Carl Reichstein noch erleben. 1921 wurde er zum 50jährigen Betriebsjubiläum Ehrenbürger der Stadt Brandenburg an der Havel. 1927 wird zum 80. Geburtstag die Schützenstraße in Carl-Reichstein-Straße umbenannt. Carl Reichstein st

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